Tricks bei der Erbschaftsteuer

Immobilien können in Etappen verschenkt werden

04

Dezember 2017

Bei der Weitergabe von Immobilien ist das Vererben nicht immer die beste Lösung. Steuerfallen bei der Erbschaftsteuer aufgrund unterschiedlicher Freibeträge können unangenehme Folgen haben. Denn bei Freibeträgen gilt: Je näher der Erbe mit dem Verstorbenen verwandt ist, desto höher ist der Freibetrag.

Zum Beispiel haben Ehegatten einen Freibetrag von 500.000 Euro, Kinder von 400.000 Euro und Unverheiratete gerade mal bei 20.000 Euro.

Um in solchen Fällen nicht in eine Steuerfalle zu tappen kann eine Schenkung helfen. Aber wie funktioniert das?
Im Gegenteil zur Erbschaft dürfen die persönlichen Freibeträge alle 10 Jahre neu ausgeschöpft werden. So könnten Beispielsweise Immobilien alle 10 Jahre zur einem Drittel oder der Hälfte verschenkt werden. Im Grundbuch muss nicht eingetragen werden, wem welcher Raum gehört.

Die Gründe für eine Schenkung sind vielfältig: Manche Eltern wollen damit ihren Kindern später Erbschaftsteuer ersparen, manchen ist die Immobilie und deren Unterhalt einfach lästig und wieder andere wollen sich damit eine zusätzliche Rente sichern, indem sie ihr Häuschen gegen eine entsprechende Versorgungsleistung übertragen.

Trotzdem ist beim Verschenken Vorsicht geboten: Schon so mancher hat seine Großzügigkeit später bereut. Möchte man eine verschenkte Immobilie weiterhin selbst nutzen, so gibt es die Möglichkeit sich vertraglich ein Wohnrecht zu sichern. Auch Rückfallrechte sollten vor der Schenkung geregelt werden. In einer Rückfallklausel kann bemerkt werden, dass das an das Kind verschenkte Haus wieder an die Mutter zurück geht, falls das Kind vor der Mutter stirbt, geschäftsunfähig oder insolvent wird.

Bei der Rückabwicklung fallen keine Steuern an. Anders sieht es aus, wenn keine Rückfallrechte vereinbart werden. Das Haus würde bei einem unverheirateten, kinderlosen Sohn zwar wieder an die Mutter zurück gehen, der Freibetrag könnte aber überschritten und damit erbschaftssteuerpflichtig werden.