Stadtklima durch ‚grüne Häuser’ verbessern

Hängende Gärten an Hochhäusern

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April 2017

In den Städten werden Grünflächen immer knapper. Deshalb beginnen Architekten und Produktentwickler nun, Hochhäuser mit hängenden Gärten zu bebauen, die nebenbei noch die Luft reinigen sollen.

Europäische Architekten wollen sich nach dem Beispiel Singapur richten: Dort werden die hohen Abgassteuern dazu verwendet, neue Grünflächen an Hochhäusern anzulegen. Mit beeindruckendem Erfolg: Das Weltwirtschaftsforum hat Singapur zur „grünsten Stadt“ der Welt erklärt.

Mit jedem neuen Gebäude müssen Grünflächen geschaffen werden: Gemüsebeete, Büsche und Bäume werden senkrecht in die Gebäude integriert, auf den Dächern werden Gärten angelegt. Der Gartenarchitekt Patrick Blanc sagt dazu: „Pflanzen sind Biofilter. Sie wandeln Kohlendioxid in Sauerstoff und fangen Moleküle ein, die die Luft verschmutzen.“ So würden Schadstoffe und Staubpartikel biologisch zersetzt.

Auch in Europa und Deutschland gibt es erste grüne Häuser und Entwürfe: In Berlin, Waiblingen, Stuttgart und München. In Mailand stehen bereits seit 2014 zwei grüne Wohntürme und auch in Frankreich und der Schweiz gibt es konkrete Pläne.

Kritik: Derzeit entstehen noch sehr hohe Kosten sowohl beim Bau, als auch bei der Pflege der grünen Gebäude. Es müssen die Bepflanzungskästen so installiert werden, dass die Windgeschwindigkeiten Stand halten können und es muss gesichert sein, dass sie stabil an der Wand befestigt sind. Zudem müssen aufwändige Bewässerungssysteme konstruiert werden, die resistent gegen schwankende Temperaturen sind, damit die Pflanzen auch im Winter genügend Wasser bekommen.

Auch die Pflege für die Pflanzen ist aufwändig. Möglicherweise müssen Landschaftspfleger fest angestellt werden, um das grüne Gebäude zu erhalten.