Kaufen günstiger als Mieten?

Wohnkostenreport des IW

13

September 2017

In den letzten Jahren wurde die Entwicklung der deutschen Immobilienmärkte durch deutliche Preisdynamiken geprägt. Eine Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) ergibt, dass das Wohnen im eigengenutzten Wohneigentum deutlich günstiger ist, als das Wohnen zur Miete.

Bundesweit wurden für den Wohnkostenreport 2017 Mieten und Wohnnutzerkosten aller 401 Landkreise und kreisfreie Städte untersucht. Betrachtet man Deutschland im Gesamten ist der Erwerb einer Immobilie durchschnittlich rund 41 Prozent günstiger, als das Mieten. In den Großstädten München und Hamburg liegt der Vorteil bei 34 Prozent (München) bis hin zu 47 Prozent (Hamburg). Die Vorteilhaftigkeit kann nach Einschätzungen des IW dazu führen, dass die Kaufpreise von Immobilien noch weiter ansteigen.

Besonders in den 7 deutschen Metropolen Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Köln, München und Stuttgart ist der Vorteil von Immobilieneigentum am deutlichsten erkennbar.

Die Studie zeigt aber auch, dass die Zahl der Ersterwerber rückläufig ist und die Wohnungseigentumsquote trotz Niedrigzinspolitik stagniert. Zudem ist auch die Anzahl der Haushalte, die von der Mietwohnung zum Hauseigentum gewechselt ist, seit 2013 um 25 Prozent gesunken. Ein Grund dafür ist vor allen die Schere zwischen Einkommen und Immobilienpreisen, die insbesondere für junge Familien eine Schwierigkeit darstellt.

Marktexperten fordern deshalb, die Bedingungen für Hauskäufer zu verbessern und zum Beispiel den hohen bedarf an Eigenkapital als Investitionshemmnis abzuschaffen.