Strom, Wärme und Miete pauschal

Flatrates für Nebenkosten

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September 2017

Ein Mix aus solarer Eigenproduktion und Verträgen mit der Energiewirtschaft. Derzeit entstehen zwei Mehrfamilienhäuser mit diesem Konzept. Die Mieter zahlen dann eine Pauschalmiete über mehrere Jahre hinweg und unterschreiben keinen eigenen Liefervertrag für Wärme und Strom. So sollen Kosten gespart werden. Aber ist dieses Konzept massentauglich?
 
Beim Modell der Flatrate-Miete sollen 60 bis 70 Prozent des Verbrauchs durch die solare Eigenproduktion gedeckt werden. Mit direkten Verträgen mit der Energiewirtschaft soll der Rest des Verbrauchs gedeckt werden. Noch sind diese Modelle aber Ausnahmen in Deutschland, da sie in Bestandsgebäuden kaum zu realisieren sind.
 
Zum einen liegt das daran, dass die Heizkostenverordnung eine verbrauchsabhängige Abrechnung vorschreibt. Zum anderen müsste jeder Stromkunde für das Flatrate-Modell einen eigenen Stromliefervertrag und einen eigenen Zähler haben und könnte sich seinen Lieferanten selbst aussuchen. Das ist in Bestandsgebäuden nicht realistisch.
 
Trotzdem halten einige Wohnungsbauunternehmen Pauschalmieten für hochinteressant. Zu berücksichtigen ist aber, dass die Eigenproduktion von Wärme oder Strom stark vom Standort abhängt und dass es bisher keine Mehrfamilienhäuser gibt, die sich zu 100% selbst versorgen, da die Baukosten zu hoch wären. Hier zählt man auf einen Mix zwischen Solar- und gelieferten Energie.
 
Flatrates für Strom und Miete sind dann attraktiv, wenn die Heizkosten auf dem Energiemarkt steigen. Deshalb gehen auch Experten davon aus, dass das Interesse am energieautarken Wohnen steigen wird. Ein Grund dafür ist die wachsende Planungssicherheit beim Energieverbrauch.
 
Zur Umsetzung sind aber noch einige Weichen gelegt. Sowohl in der Umsetzung als auch in juristischer Sicht gibt es noch einige Unklarheiten und Probleme. Dennoch könnte das Modell der Flatrate-Miete in Zukunft ein großes Thema werden.

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